Neues Jahr mit altbekannten Herausforderungen

125 Jahre nach Gründung traf sich die Gunzenhäuser Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuz am verganenem Donnerstag auf ihrer Rettungswache in der Albert-Schweizer-Straße. Die Pferdegespanne von damals sind modernen Rettungswägen gewichen und die Aufgabenfelder haben sich vervielfacht, doch der Wunsch, sich ehrenamtlich in der Bereitschaft zu engagieren, ist ungebrochen.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Anzahl der Gesamtstunden der Bereitschaftsmitglieder mehr als verdoppelt – für das Jahr 2015 konnten mehr als 3500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit im Bereiche des Rettungsdienstes und über 9000 Gesamtstunden verzeichnet werden. Mit mehr als einen Sanitätsdienst pro Woche – darunter fallen auch dutzende außerhalb des eigenen Einsatzbereiches – waren die Rotkreuzler 2015 so aktiv wie nie zuvor. „Unsere Bereitschaft kann wirklich stolz auf ihre Leistungen im vergangenen Jahr sein“, lobt der Bereitschaftsleiter Paul Pfeifer.

Trotz aller Feierlichkeiten wurden auch kritische Stimmen laut. Der Kreisbereitschaftsleiter Michael Langguth nutzte die Anwesenheit der 37 Bereitschaftsmitglieder und der 12 Vertreter von Kreisverband, Vorstand, Wasserwacht und Jugendrotkreuz, um die aktuelle Diskussion der Helfergleichstellung zu thematisieren. „Gerade jetzt hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik ist es wichtiger denn je, unsere Rechte einzufordern“, mahnt er.

Bei der Helfergleichstellung geht es um einen gesetzlichen Anspruch für alle ehrenamtlichen Kräfte auf eine Freistellung von der Arbeit, Lohnfortzahlung oder Ersatz ihres Verdienstausfalles und der einsatzbedingten Sachschäden. Dieser Antrag war bereits im April 2015 von der SPD-Fraktion in den Innenausschuss des Bayerischen Landtags eingebracht worden. Formal sollen somit alle, die sich um die Nachführung von einsatzwichtigem Material, die Absicherung und Verpflegung der Einsatzkräfte und um Verletzte und deren Angehörigen kümmern, mit jenen, welche die Verunglückten bergen, erstversorgen und abtransportieren, gleichgestellt werden.

Im Anschluss daran wurden 14 Bereitschaftsmitglieder für ihr langjähriges Engagement geehrt. Besonders bedankte sich der Bereitschaftsleiter bei Bernd Meckler, Alfred Ammler und Herbert Wiedmann, die bereits 60 Jahre lang Mitglied in der Bereitschaft sind und bei Adolf Schnell, der mit seinen 65 Jahren Mitgliedschaft mehr als die Hälfte der Bereitschaftsgeschichte selbst miterlebt hat. „Natürlich leistet jeder seinen Beitrag in unserem schönen Roten Kreuz und dafür gebührt jedem diese Jahresehrung“, schließt Pfeifer.


Im Bild von links nach rechts: Paul Pfeifer (Bereitschaftsleiter), Friedrich Bierlein (50 Jahre), Richard Föttinger (45 Jahre), Gerhard Föttinger (40 Jahre), Wolf-Dieter Ueberrück (Vorstand), Sieglinde Kirchhof (15 Jahre), Adolf Schnell (65 Jahre), Fritz Wagner (30 Jahre), Michael Langguth (Kreisbereitschaftsleiter), Bianca Sperk (5 Jahre), Friedrich Bahls (45 Jahre), Rainer Braun (Kreisgeschäftsführer), Hannelore Wiedmann (40 Jahre), Herbert Wiedmann (60 Jahre), Günter Albrecht (Stlv. Bereitschaftsleiter), Alfred Ammler und Bernd Meckler (beide 60 Jahre)

Text: Christina Holzinger
Foto: Thomas Geiger