125-jähriges Bestehen wurde in der Stadthalle gewürdigt

Festabend

GUNZENHAUSEN – Das Rote Kreuz feiert heuer das 125-jährige Bestehen seiner örtlichen BRK-Bereitschaft mit einer Art Dreiklang. Erst gab es den Neujahrsempfang, dann die praktischen Vorführungen am Hafnermarkt und nun den Festabend in der Stadthalle. Dort wurden die Werte Menschlichkeit, Uneigennützigkeit und Freiwilligkeit gepriesen.

Es waren 125 erfolgreiche Jahre, darin waren sich alle Redner einig. Den Anstoß gab 1891 Dr. Heinrich Eidam. Die damalige Sanitätskolonne Gunzenhausen hatte ihre erste Bewährungsprobe ein Jahr darauf, als nahe Windsfeld ein Bahnunglück passierte.

Heute haben die ehrenamtlichen Kräfte eine ganz andere, allgemein anerkannte Ausbildung und Schlagkraft, aber die Aufgaben sind — wenn auch mit anderem Namen — im Grunde die gleichen geblieben, wie ihr Leiter Paul Pfeifer darlegte. An erster Stelle nannte er den Sanitätsdienst, gefolgt vom Katastrophenschutz und dem Betreuungsdienst. Die Helfer unterstützen darüber hinaus die hauptamtlichen Mitarbeiter im Rettungs- und Fahrdienst. Zur Rotkreuz-Familie gehören auch die Wasserwacht und das Jugendrotkreuz.

Die regionalen Führungskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes und die BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer mit den am Festabend in der Stadthalle geehrten Aktiven des BRK Gunzenhausen.

Die regionalen Führungskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes und die BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer mit den am Festabend in der Stadthalle geehrten Aktiven des BRK Gunzenhausen.

Die Aktiven der Bereitschaft sind zum Beispiel bei vielen Veranstaltungen in Gunzenhausen präsent – und unverzichtbar. Genannt wurden als Beispiele die Kirchweih und die Mega Power Party in Unterwurmbach. Die Zahl der aktiven Mitglieder beläuft sich auf 90. Die ehrenamtlichen Sanitäter leisteten vergangenes Jahr gut 9000 Einsatzstunden. Pfeifer bezeichnete das BRK in Gunzenhausen zusammenfassend als einen der drei großen Standorte im südlichen Franken. Für diesen Raum wurde vor zwölf Jahren ein großer Kreisverband gebildet.

„Die Zeit verändert unsere Arbeit, doch wir haben Schritt gehalten“, sagte der Bereitschaftsleiter. Alle Kräfte könnten stolz auf ihre Tätigkeit für die Mitmenschen sein. Das bestätigte Brigitte Meyer, die Vizepräsidentin des BRK. Das Gunzenhäuser Rote Kreuz sei unverzichtbar für die Region, auch überregional tätig und genieße in ganz Bayern einen guten Ruf. Ins Auge falle die erfolgreiche Jugendarbeit. Meyer ehrte die Jubiläumsvereinigung mit der Henry-Dunant-Plakette.

Einsatz für den Frieden

Stellvertretender Landrat Robert Westphal befand, für die Helfer stünden der Mensch und seine Würde im Mittelpunkt. Das werde immer wieder in der täglichen Arbeit praktiziert, aber auch bei diversen Katastropheneinsätzen. Nicht zuletzt setze sich das Rote Kreuz für das friedliche Zusammenleben der Menschen ein. 2. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Neumann erwähnte bei der Aufzählung der vielen Arbeitsfelder des BRK auch die Schnelleinsatzgruppe. Derzeit sei die Hilfe bei Überschwemmungen und Hochwasser ein wichtiges Thema und in diesem Zusammenhang auch die seit langem angestrebte Helfergleichstellung. Nach seiner Einschätzung würden die Helfer zwar in vielen Sonntagsreden gelobt, doch tatsächlich erführen sie des Öfteren Bürokratismus und Ungerechtigkeit.

Bezirksbereitschaftsleiter Harald Pruckner aus Wassertrüdingen spannte den Bogen von den 60er- und 70er-Jahren bis zum jetzigen Jubiläum, das für ihn ein „Zeichen der Hoffnung und Menschlichkeit“ sei. Kranke und Hilfsbedürftige seien beim Roten Kreuz in guten Händen. BRK-Kreisvorsitzender Wolf-Dieter Ueberrück (Weißenburg) erinnerte ebenfalls an die Entwicklung des Gunzenhäuser Roten Kreuzes im Rahmen des Seenbaus und zu Zeiten von Bürgermeister Willi Hilpert. Damals sei der Katastrophenschutz aufgebaut worden und neue Aufgaben hinzugekommen. Gerade für die Wasserwacht und die Schnelleinsatzgruppe sei das Ehrenamt unverzichtbar. Gunzenhausen stelle die zweitälteste Bereitschaft im Kreisverband Südfranken. Der Kreisvorstand wisse das unter anderem dadurch zu würdigen, dass die Durchführung des Festabends aus der Kreisverbandskasse bezahlt werde. Ueberrück erwähnt wie Neumann die Helfergleichstellung, diese sei nun endlich auf dem Weg.

Sparen für neues Fahrzeug

Paul Pfeifer freute sich an diesem Abend über mehrere Schecks. Einer kam von Matthias Böck, Marktbereichsleiter bei der Sparkasse Gunzenhausen. Das Geld wird für ein neues Dienstfahrzeug verwendet werden.

Für herausragende Leistungen wurden Markus Pfahler (Schwerpunkt: Sanitätsdienst) und Florian Schuster (Rettungsdienst) geehrt. Ein herzliches Danke – und die Henry-Dunant-Medaille – wurde Herbert Wiedmann und Bernd Meckler zuteil. Die beiden darf man als Urgesteine des BRK in Gunzenhausen bezeichnen. Sie sind schon sehr lange dabei und hatten verschiedene Führungsposten inne.

Wolfgang Dressler – Altmühl-Bote