Saison mit Kirchweih beendet – Erste Bilanz vom Jahr 2017

Sanitäter beim Rundgang durch ein leeres Bierzelt, ein paar Stunden später kommen sie nicht mehr so einfach durch.

Für die Sanitäter der Bereitschaft Gunzenhausen beginnen die Sanitätsdienste im April und enden im September mit der Kirchweih. In diesem Zeitraum ist fast kein Wochenende ohne einen Einsatz für die Ehrenamtlichen. In den letzten Jahren stieg die Zahl der geleisteten Dienste immer weiter an, auch in diesem Jahr ist wieder eine deutliche Steigerung erkennbar. Die Großveranstaltungen, die einen großen Personaleinsatz der Sanitäter benötigen, werden für die Helfer auch immer mehr. Einen solchen hatten die Gunzenhäuser Einsatzkräfte dieses Jahr mit der BR Radltour, die für alle Beteiligten eine große Herausforderung war.

Das Jahr begann für die Bereitschaft wie die Jahre zuvor auch mit der „Mega Power Party“ in Unterwurmbach am Ostersonntag. Die Motivation ist bei allen Beteiligten zuerst sehr groß und die nächsten Dienste lassen nicht lange auf sich warten. Anfang Mai gab es dann gleich zwei Reitturniere mit insgesamt fünf Tagen Reitbetrieb. Für jeden Tag mussten die Sanitäter zwei Einsatzkräfte abstellen, glücklicherweise hatten sie dieses Jahr nicht viel zu tun. Im Anschluss folgte das Feuerwehrjubiläum in Aha, bei dem die Einheit ebenfalls kräftig gefordert war. Insgesamt waren neun Einsatzkräfte bei drei Veranstaltungen im Einsatz und hatten wieder mal nicht allzu viel zu tun. Auch hier blieben die größeren Verletzungen glücklicherweise aus.

Zwischen den ganzen Sanitätsdiensten im Einsatzgebiet in und um Gunzenhausen waren die Helfer auch viel in anderen Ortschaften im Einsatz. Zum Beispiel unterstützen die Sanitäter aus Gunzenhausen die Kirchweih in Wendelstein, den Challenge in Roth oder das Festival „Burning Beach“ in Allmannsdorf. Bis heute waren sie bei insgesamt 26 Diensten außerhalb ihres Einsatzgebietes im Einsatz, versorgten dabei 388 Patienten und übergaben dem Rettungsdienst 37 Patienten für eine weitere Behandlung im Krankenhaus.

Mitte September zur Kirchweih Gunzenhausen stand der längste Sanitätsdienst der Rotkreuzhelfer an. Über neun Tage, jeden Tag von 14 Uhr bis spät in die Nacht, standen die Sanitäter für die Bürgerinnen und Bürger der Altmühlstadt und die Besucher der Kirchweih am Festplatz bereit. Hierfür haben sie immer einen Wohnwagen dabei, der ihnen den Aufenthalt auf dem Gelände etwas angenehmer macht. Für die Patienten stand die gesamte Woche ein Rettungswagen, ein Krankenwagen und ein Sanitätszelt zur Verfügung. Insgesamt 49-mal wurden Besucher von den Helfern behandelt und mehrmals auch dem Rettungsdienst zur Weiterbehandlung im Krankenhaus übergeben. Insgesamt 35 Helferinnen und Helfer leisteten über die gesamte Zeit 970 Helferstunden.

„Die kürzeren Öffnungszeiten und das verhältnismäßige kühle Wetter haben uns eine ruhige Kirchweih beschert“, so Bereitschaftsleiter Paul Pfeifer aus Gunzenhausen. Wie in den Vorjahren organisierte und leitete er den Sanitätsdienst über die gesamte Woche. Im letzten Jahr hatte es Temperaturen bis über 30 Grad und die Öffnungszeiten gingen teilweise bis 1 Uhr nachts, dementsprechend oft mussten die Sanitäter tätig werden: insgesamt 85-mal. Das macht dann umgerechnet für 2017 ein Rückgang um ca. 40 Prozent. Mit dieser Entwicklung zeigten sich allerdings alle Beteiligten zufrieden. „Die ehrenamtlichen Sanitäter sind zwar motiviert zu helfen, aber wenn es insgesamt ruhig bleibt ist jeder glücklich.“, bekräftigt Pfeifer.

Der zweite Kreisbereitschaftsleiter Dominik Bauer besucht die Sanitäter aus Gunzenhausen. Hier erläutert der Bereitschaftsleiter Paul Pfeifer in der blauen Weste den Umfang der Ausrüstung.

Der zweite Kreisbereitschaftsleiter Dominik Bauer besucht die Sanitäter aus Gunzenhausen. Hier erläutert der Bereitschaftsleiter Paul Pfeifer in der blauen Weste den Umfang der Ausrüstung.

Hinzu komme, dass es nur einen einzigen Patienten gegeben habe, der zu tief ins Glas geschaut hatte und deshalb im Sanitätszelt auftauchte. „Im Vergleich zu den Jahren davor, ist das sehr erstaunlich.“, so Pfeifer weiter: „Mit Alkoholvergiftungen rechnen wir eigentlich jeden Tag.“ Ob das mit aktuellen Veränderungen oder Maßnahmen zusammenhängt, wollte der Bereitschaftsleiter nicht ausführen. „Vielleicht sind die Besucherinnen und Besucher nur vorsichtiger und anständiger geworden. – Wie auch immer, diese Entwicklung ist für uns nur zum Vorteil!“, schlussfolgerte Pfeifer.

In den letzten Monaten des Jahres gibt es für die Mitglieder der Bereitschaft dann noch jede Menge Möglichkeiten sich Weiter- und Fortzubilden. Es stehen eine Vielzahl von Terminen an, die jedes Mitglied einmal pro Jahr besuchen muss. In jüngster Vergangenheit gab es einige Veränderungen, die noch weiterverbreitet und geschult werden müssen, sodass jeder ehrenamtliche Sanitäter auf dem aktuellsten und gleichen Stand ist. Der große Jahresabschluss ist dann die gemeinsame Weihnachtsfeier, auf die sich schon jedes Mitglied freut.

Text Paul Pfeifer / Bilder Thomas Geiger