Sanitäter aus Gunzenhausen packen mit an

Auch Sanitäter aus der Altmühlstadt waren beim Großeinsatz in Fürth mit dabei und evakuierten Patienten aus der Schönklinik. Von jetzt auf gleich wurden sie aus ihrem Alltag alarmiert und kamen erst spät in der Nacht wieder nach Hause. Ein Großteil des Einsatzes bestand allerdings für sie aus Warten.

Um kurz nach 14 Uhr am Montagnachmittag gingen bei der ehrenamtlichen Bereitschaft Gunzenhausen die Funkmeldeempfänger, so wie bei vielen anderen Ehrenamtlichen in ganz Mittelfranken. Innerhalb von Minuten verließen sie ihren normalen Alltag und machten sich auf den Weg zur Rettungswache. Dort wurden zwei Fahrzeuge vorbereitet und innerhalb von einer Viertelstunde waren vier Einsatzkräfte mit einem Krankenwagen und einem Rettungswagen unterwegs nach Schwabach. Dort sammelten sie sich mit anderen Einsatzkräften aus dem Kreisverband Südfranken, um dann gemeinsam nach Fürth zu fahren.
Eine Fahrzeugkolone von insgesamt 8 Fahrzeugen setzten sich dann um 15 Uhr in Schwabach in Bewegung. In einem geschlossenen Verband benötigten sie allerdings fast eine Stunde, um sich durch das Verkehrschaos im Großraum Nürnberg/Fürth zu bahnen. Der „geschlossene Verband“ stellt eine Sonderform im Straßenverkehr dar und gilt als ein Fahrzeug. Das bedeutet, wenn das erste Fahrzeug bei Grün über die Ampel fährt, ziehen alle Fahrzeuge nach, auch wenn die Ampel zwischendurch schon auf Rot geschalten hat. Für andere Verkehrsteilnehmer ein ungewohntes Bild. Für die Fahrzeuge in Fürth am Montag war das aber innerhalb kürzester Zeit normal – Mehrere Verbände schlängelten sich durch das gesamte Stadtgebiet. Teilweise ging im Berufsverkehr nichts mehr.

Die Gunzenhäuser Kameraden sammelten sich gemeinsam mit weiteren Fahrzeugen aus ganz Mittelfranken und der Oberpfalz auf einem Parkplatz eines Baumarktes. Dort wurden alle registriert und mussten erst mal warten. Im laufe der Zeit wurden verschiedene Fahrzeuge zu Einsätzen abgerufen, andere kamen wieder zurück. Für den Rettungswagen aus Gunzenhausen ging es um kurz vor 19 Uhr zum ersten Einsatz. Eine Frau in einer Notunterkunft hatte keine Medikamente dabei, da sie nicht mehr zu ihrer Wohnung kam. Der Blutdruck musst von einem Notarzt gesenkt werden. Im Anschluss von diesem Einsatz verblieb der Rettungswagen an dieser Notunterkunft, falls noch mal etwas passieren sollte.

Nach einiger Zeit wurden dann beide Fahrzeuge zusammen mit mehreren anderen Transportfahrzeugen zu einem Gymnasium in der Kaiserstraße gerufen. Dort wurden die Patienten der Schön-Klinik betreut. Da die Entschärfung und die Sprengung nicht im geplanten Zeitraum durchgeführt werden konnte, wurden alle Patienten auf andere Krankenhäuser verteilt. Die beiden Sanitätsautos aus dem Landkreis bekamen jeweils einen Patienten. Sie konnten beide in das örtliche Krankenhaus nach Gunzenhausen verbringen, sodass sie weiter in einer klinischen Versorgung betreut werden können. Um 23 Uhr waren beide am Krankenhaus Gunzenhausen wieder frei und durften zurück auf die Rettungswache. Ihre Hilfe wurde in Fürth oder Nürnberg nicht mehr benötigt. Nach kurzen Aufräumarbeiten konnten dann die vier Sanitäter wieder nach Hause.

Der außergewöhnliche Einsatz zeigte deutlich, dass die Katastrophenschutzstrukturen außerordentlich gut funktionieren und die Arbeit der Ehrenamtlichen unverzichtbar ist. Auch das Rote Kreuz aus Gunzenhausen ist fest in das System integriert und kann innerhalb kürzester Zeit zu solchen Einsätzen ausrücken. Ein Herzlichen Dank geht an alle Helfer, die dies möglich gemacht haben!