BRK verrät, worauf bei einem Autounfall geachtet werden muss

Jährlich ereignen sich rund 2,5 Millionen Unfälle auf Deutschlands Straßen – zum Teil auch mit tödlichem Ausgang. Paul Pfeifer, Bereitschaftsleiter des lokalen Bayrischen Roten Kreuz Ortsverbandes, erklärt, worauf man als Ersthelfer an einer Unfallort besonders achten muss.

1. Herr Pfeifer, im Straßenverkehr ereignet sich vor mir ein Unfall – wie reagiere ich als Ersthelfer bei einem Autounfall?
Pfeifer: Zunächst ist es wichtig, auf sich selbst zu achten und sich nicht in Gefahr zu begeben, also ein Warndreieck aufzustellen, Warnweste anziehen und das Auto außerhalb des fließenden Verkehrs abzustellen. Anschließend wir d der Notruf alarmiert, bevor man überhaupt mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnt. Die größte Gefahr als Ersthelfer ist, selbst verletzt zu werden, weshalb es wichtig ist, für ausreichend Schutz zu sorgen und auch wenn man merkst, dass die Hilfe nicht erwünscht wird, kann man sich nach dem Alarmieren der Rettungskräfte wieder zurück ziehen.

2. Wiederbelebung – wie funktioniert das?
Pfeifer: Wenn ich als Ersthelfer an einem Unfallort komme und ich merke, dass der Verunglückte weder atmet noch einen Herzschlag hat, beginne ich nach dem Absetzen des Notrufes mit der Herzrhythmusmassage. Traditionell beginnt man mit der Beatmung, allerdings kann man dies nach dem heutigen Kenntnisstand auch weglassen. Für die Herzrhythmusmassage selbst drückt man mittig im Brustkorb mit übereinanderliegenden Händen zirka vier bis fünf Zentimeter tief und das 100 mal pro Minute entweder bis die Rettungssanitäter eintreffen oder das Herz beginnt, selbstständig zu schlagen.

3. Wie sollte man sich als Verunglückter verhalten?
Pfeifer: Natürlich kann man durchaus nachvollziehen, dass unsere Patienten nach einem Unfall aufgeregt und panisch sind – wichtig ist es jedoch, dass man in einer solchen Situation nicht wegläuft, sondern sich untersuchen lässt. Denn bis 48 Stunden nach dem Unfall können noch körperliche Symptome auftreten. Psychische Symptome können auch noch lange Zeit nach dem Unfall auftreten.

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Text: Christina Holzinger (freie Journalistin)