BRK verrät, worauf beim Anlegen von Verbänden geachtet werden muss

Gerade während des Erste-Hilfe-Unterrichts wird viel Augenmerk auf verschiedene Verbandstypen gelegt und erklärt, wie man diese anlegt, doch nach einiger Zeit kann dieses Wissen schnell in Vergessenheit geraten. Aus diesem Grund erklärt Paul Pfeifer, Bereitschaftsleiter des lokalen Bayerischen Roten Kreuz Ortsverbandes, welche Arten von Verbände es gibt und warum Verbände genutzt werden.

1. Herr Pfeifer, was gilt es bei Verbänden zu beachten?
Pfeifer: Schon seit einiger Zeit wird das Thema Verbände im Bereich Erste-Hilfe nicht mehr so streng gesehen wie früher – das hat natürlich ganz praktische Gründe: Ein Verband, der als Notfallmaßnahme von Laien angelegt wird, muss ja maximal eine Stunde halten, bevor er im Krankenhaus für eine Untersuchung runter gemacht wird. Sollten wir vor Ort irgendwelche massiven Fehler entdecken, wechseln wir den Verband natürlich sofort.

2. Wie legt man einen Druckverband oder einen Wundverband an?
Pfeifer: Ein Druckverband wird vor allem bei stark blutenden Wunden benutzt – darunter verstehen wir Verletzungen, wo etwas stetig tropft oder fließt. Dabei braucht man natürlich zunächst eine sterile Abdeckung, welche durch einen Verband zwei Mal festgewickelt werden sollte, bevor ein kleines Verbandpäckchen aus dem Erste-Hilfe-Kasten drauf gedrückt wird und dieses mit dem restlichen Verband umwickelt wird. Wichtig dabei ist es natürlich zu beachten, dass der Verband so fest sein sollte, dass die Wunde nicht weiter bluten kann, allerdings aber auch nicht so fest ist, dass die Blutversorgung nicht mehr gewährleistet werden kann. Bei offenen Wunden raten wir immer zu den alumuniumbedampften sterilen Ablagen, speziellen Salben oder Gelkompressen, da diese nicht an der Haut haften, wenn die Wunde verschorft. Das wichtigste ist jedoch auf die Sterilität zu achten, da durch die Verletzung die natürliche Barriere der Haut gestört ist und so Keime und Bakterien in den  Körper gelangen können.

3. Warum legt man überhaupt Verbände an?
Pfeifer: Ein Verband kann dem Körper auf viele Weisen helfen: Zum einen funktioniert die Wundheilung in einem sterilen, leicht feuchten Milieu besser, der Verband dient als Polsterung vor Stößen und kann so die Funktion der Haut als Schutzschicht übernehmen – und natürlich ist da noch die psychologische Wirkung: Gerade bei kleinen Kindern sehen wir immer, dass ein aufgeschürftes Knie als weniger schlimm wahrgenommen wird, wenn erst ein Pflaster die Verletzung bedeckt.

Text: Christina Holzinger (freie Journalistin)