BRK verrät, worauf beim Schwimmen geachtet werden muss

Die Baderegeln lernen Kinder schon im jungen Alter – doch was steckt eigentlich dahinter? Im Interview erklärt Paul Pfeifer, der Bereitschaftsleiter des Bayerischen Roten Kreuz Ortsverbandes Gunzenhausen, worauf beim Freibad- und Seebesuch besonders zu achten ist.

Jeder kennt die Baderegel: Mit vollem Magen schwimmt man nicht – aber warum denn eigentlich?
Pfeifer: Nach dem Essen wird der Körper müde und träge, da ein Großteil des Blutes jetzt im Verdauungstrakt benötigt wird. Die Folge: Der restliche Körper und auch das Gehirn sind weniger gut durchblutet. Gerade bei älteren Menschen können körperliche Anstrengungen wie Schwimmen nach einem ausgiebigen Essen zu einem Kreislaufkollaps führen. Im Sommer kommt dazu natürlich noch die Hitze, die den Körper noch zusätzlich belastet.

Auf was sollte sonst noch im Freibad oder am See geachtet werden?
Pfeifer: Sehr wichtig ist natürlich der Sonnenschutz in Form einer Kopfbedeckung und Sonnencremes. Wenn man sich in der Sonne aufhält, merkt man ja selbst, wie stark die Sonnenstrahlung derzeit ist – gerade die Mittagshitze tut förmlich auf der Haut weh. Auch das Wasser schützt nicht automatisch vor Sonneneinstrahlung – deshalb ist auch während des Schwimmens eine Kopfbedeckung wichtig, um keinen Sonnenstich zu bekommen. Sowohl im Freibad als auch am See ist man aktiv und bewegt sich, deshalb ist Trinken besonders wichtig.

Was kann man tun, wenn man trotz aller Vorsicht doch einen Sonnenbrand hat?
Pfeifer: Zunächst ist es wichtig, den weiteren Aufenthalt in der Sonne zu unterbrechen, denn die Haut ist in ihrer Rolle als Schutz des Körpers vor massiver Sonneneinstrahlung schon beschädigt. Bis zum Abklingen des Sonnenbrandes sollte die Sonne gemieden werden und die Regeneration der Haut kann durch Cremes unterstützt werden, die auch gleichzeitig kühlend wirken. Ein bekanntes Hausmittel ist ja Quark, der vor allem eine kühlende Wirkung hat. Generell lässt sich sagen, dass je älter man wird, desto mehr Vorsicht ist hinsichtlich der Sonne geboten, da nicht nur ein Sonnenbrand, sondern auch Sonnenstich, Hitzeerschöpfung oder Hitzeschlag drohen. Symptome sind bei allen dreien relativ ähnlich: Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur, ein hochroter Kopf, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufprobleme. Sollten diese Symptome – auch nur teilweise – nach einem längeren Sonnenaufenthalt auftreten, sollte man sofort in den Schatten gehen, den Kopf sowie Körper kühlen und nach länger anhaltenden Beschwerden den Arzt aufsuchen.

Nächsten Monat lesen Sie: Worauf beim Anlegen von Verbänden geachtet werden muss

Text: Christina Holzinger (freie Journalistin)