BRK verrät, worauf beim Absetzen eines Notrufes geachtet werden muss

Bereits seit 18 Jahren ist die 112 europaweit gültig. Egal ob Verkehrsunfall oder ein Wohnungsbrand – durch diese Nummer gelangt man zur nächstgelegenen Integrierten Leitstelle, wo geschultes Personal die ersten Informationen aufnimmt und ein Rettungsmittel schickt. Paul Pfeifer, Bereitschaftsleiter des lokalen Ortsverbandes des Roten Kreuzes, erklärt, worauf beim Absetzen eines Notrufes zu achten ist.

1.  Herr Pfeifer, wen rufe ich im Falle eines Notfalls an und wo komme ich raus?
Pfeifer: Europaweit alarmiert man kostenfrei die 112 und kommt von Gunzenhausen aus in der Integrierten Leitstelle in Schwabach raus. Der große Vorteil einer integrierten Leitstelle liegt in meinen Augen vor allem darin, dass dort geschultes Personal sitzt, das durch gezieltes Fragen herausfinden kann, welche Schritte im Anschluss erfolgen müssen.  Wichtig sind jetzt für den Anrufer die W-Fragen, die man noch aus der Grundschule kennt: Wer bin ich? Von wo aus rufe ich an? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Verletzungen liegen vor? Was ist passiert? Und anschließend sollte man noch auf eventuelle Rückfragen warten.

2.  Bevor ich zum Hörer greife, auf welche Symptome muss ich bei dem Verletzten achten?
Pfeifer: Wichtig ist es, ob der Patient noch bei Bewusstsein und auch ansprechbar ist. Und natürlich ist es wichtig, wahrheitsgemäß alle Fragen am Telefon oder von den Rettungssanitätern zu beantworten, denn nur so kann dem Patienten auch geholfen werden.

3. Wie ist das Notrufsystem in Deutschland überhaupt entstanden?
Pfeifer: Am 3. Mai 1969 passierte ein dramatischer Unfall: Der damals 9-jährige Björn Steiger wird auf dem Heimweg vom Schwimmbad von einem Auto erfasst und obwohl Passanten sofort die Polizei und das Rotkreuz informierten, dauerte es über eine Stunde bis die Rettungskräfte vor Ort waren – währenddessen verstarb der Junge. Als Grund dafür sahen die Eltern, dass man, um einen Notruf absetzen zu können, die Nummern von Polizei und Rotes Kreuz bei sich haben musste, anstatt einfach eine zentrale Nummer für beide wählen zu können. Aus diesem Grund gründeten Ute und Siegfried Steiger eine Stiftung, die den deutschlandweiten Aufbau einer Notfallhilfe vorantreiben sollte und aus dieser Initiative entstand das Notrufsystem, wie wir es heute kennen.

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Text: Christina Holzinger (freie Journalistin)