BRK verrät, worauf bei einem Herzinfarkt geachtet werden muss

Der Herzinfarkt gehört auch weiterhin zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Im Interview erklärt Paul Pfeifer, Bereitschaftsleiter des lokalen Bayerischen Roten Kreuz Ortsverbandes, was während eines Infarkts im Körper passiert und wie er behandelt wird.

1.  Herr Pfeifer, warum kommt es zum Infarkt und was ist eigentlich ein Herzinfarkt?
Pfeifer: Durch vorbestehende Herzrhythmusstörungen, einer ungesunden Lebensweise oder einer Krankheiten namens Arteriosklerose können Blutgerinnsel entstehen, die zur Durchblutungsstörung im Herz führen. Durch die fehlende Durchblutung wird der Muskel nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt und er beginnt abzusterben.

2. Wie sollte man bei einem Infarkt reagieren und welche Symptome sind bemerkbar?
Pfeifer: Zu den Symptomen zählt ein Druckschmerz in der Brust, der in den linken Arm, den Hals oder den Oberbauch ausstrahlt. Der Schmerz strahlt deswegen in den linken Arm aus, weil die Blutgefäße vom Herzen aus zunächst in die linke Körperseite führen, bevor sie sich verzweigen. Zu den Schmerzen kann dann noch Luftnot, Atemnot, Blässe, Übelkeit, Schwindel oder Kaltschweißigkeit kommen. Sollten diese Symptome auftreten, ist es wichtig, jegliche Körperanstrengung sofort zu vermeiden und sich unverzüglich hinzusetzen. Ein großer Fehler in einer solchen Situation wäre es aber sich hinzulegen, weil dadurch das Herz schlagartig entlastet wird und der Kreislauf kollabieren könnte. Wir raten immer dazu, sofort die 112 zu alarmieren und sich dann aufrecht hinzusetzen, bis die Rettungssanitäter eintreffen.

3. Wie wird der Herzinfarkt behandelt?
Pfeifer: Die Rettungssanitäter beginnen damit, dem Patienten die ersten Medikamente zu verabreichen, damit sich der Herzinfarkt nicht weiter verschlimmert und ihn unverzüglich ins Krankenhaus zu bringen. Dort wird dann entweder mit Medikamenten zur Blutverdünnung das Gerinnsel aufgelöst um die Blutzirkulation wieder herzustellen. Eine gängigere Alternative ist das Herzkatheterlabor: Hier wird ein feiner Draht durch eine Beinvene bis hin zum Gerinnsel geschoben, der Verschluss wird gelöst und an der Stelle wird ein feines Metallnetz namens Stant eingesetzt, um das Gefäß zu stabilisieren. Vorbeugen lässt sich ein Herzinfarkt vor allem durch eine gesunde Lebensweise.

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Text: Christina Holzinger (freie Journalistin)